Die meisten Anleitungen für „Lenkradeinstellungen“ scheitern daran, dass sie mit Zahlen statt mit einer klaren Strategie beginnen. Das Ziel ist nicht „maximales Drehmoment“, sondern maximale Information bei einer Kraft, die du über Stunden hinweg konstant halten kannst.
Dieser Artikel gibt dir eine einfache Asetek-Tuning-Strategie an die Hand, die über verschiedene Simulationen hinweg funktioniert und perfekt mit einem steifen, anpassbaren Profil-Rig wie den SIMGASM Aluminium-Rigs zusammenspielt.
Die Strategie in einem Satz
Nutze das maximale Drehmoment deiner Wheelbase als Leistungsreserve (Headroom) und stelle die Simulation so ein, dass Clipping vermieden wird. Wenn du das Gefühl hast, schwere Dämpfungsfilter zu benötigen, um das Lenkrad kontrollierbar zu machen, behebe zuerst das Problem an der Halterung oder am Rig.
Schritt 1: Bestimme dein gewünschtes Drehmoment an den Händen
Hier ist ein praktischer Bereich, mit dem die meisten Sim-Racer gut fahren:
- Alltägliche Sprint-Rennen: ca. 7–10 Nm an den Händen
- Endurance / lange Sessions: ca. 6–8 Nm an den Händen
- Sehr schwere Lenkkraft-Präferenz: ca. 10–12 Nm (für kräftige Fahrer, die hohen Körpereinsatz mögen)
Bei einer 12-Nm-Base bedeutet das meist eine Stärke von 70–85 %. Bei einer 18–27-Nm-Base bedeutet es meist 40–65 %, wobei die zusätzliche Leistungsreserve genutzt wird, um feine Details sauber zu halten.
Schritt 2: Erstelle zwei Profile (Sprint und Endurance)
Anstatt ständig nachzujustieren, erstelle zwei Basisprofile in der Software deiner Wheelbase:
| Profil | Wie es sich anfühlen sollte | Was du anpasst |
|---|---|---|
| Sprint | Direkt und detailliert, etwas schwerer | etwas höhere Stärke, etwas weniger Dämpfung |
| Endurance | Ruhig, kräfteschonend zu halten, berechenbar über Curbs | niedrigere Stärke, etwas mehr Stabilität/Dämpfung |
Anschließend passt du nur noch den In-Game-Gain pro Simulation oder pro Fahrzeug an. So bleibt dein Muskelgedächtnis stabil.
Schritt 3: Stelle die Simulation so ein, dass sie niemals clippt
Clipping entsteht, wenn die Simulation mehr Kraft anfordert, als deine Wheelbase auf der gewählten Stufe ausgeben kann. Dadurch verwandeln sich feine Details in eine flache „Kraft-Wand“. Die Lösung ist einfach: Reduziere den Gain, bis selbst harte Curb-Schläge und schnelle Kompressionen das Limit nicht mehr dauerhaft überschreiten.
- In iRacing: Stelle die Wheel Force korrekt ein (12 / 18 / 27 Nm je nach Base) und nutze dann die Auto-Funktion pro Fahrzeug.
- In ACC: Reduziere den globalen Gain, bis die FFB-Anzeige im Spiel kaum noch durchgehend rot ausschlägt.
Für einen Schritt-für-Schritt-Workflow gegen Clipping nutze diesen Ratgeber: So vermeidest du Force-Feedback-Clipping (Workflow).
Schritt 4: Versuche nicht, Instabilitäten des Rigs wegzutunen
Wenn deine Wheelbase auf einer nachgiebigen Halterung montiert ist, neigt man oft dazu, Dämpfung oder Reibung (Friction) hinzuzufügen, um die Bewegung des Rigs zu kaschieren. Dadurch fühlt sich das Lenkrad zwar schwerer an, verliert aber auch an Informationsgehalt.
Optimiere stattdessen die physische Kette:
- Nutze ein verwindungssteifes Cockpit wie das SIMGASM Sport Rig oder das SIMGASM Pro Rig, wenn du höhere Drehmomente fährst.
- Wähle eine solide Halterungslösung wie die SIMGASM Front-Wheelbase-Halterung (und ergänze für Asetek-Frontmontagen die Asetek Front-Wheelbase-Montageplatte).
- Halte deine Monitore stabil (Triple-Setups wirken spürbar „schärfer“, wenn die Bildschirme beim Lenken nicht wackeln): Freistehende Apex Triple-Monitorhalterung.
Wenn du sim-spezifische Richtwerte suchst, lies unseren Asetek iRacing Einstellungs-Ratgeber und den Asetek ACC Einstellungs-Ratgeber. Für lange Stints nutze den Asetek Endurance-Profil-Ratgeber.
Asetek Hardware-Empfehlungen auf SIMGASM
- Wheelbases: Asetek La Prima 12 Nm Wheelbase, Asetek Forte 18 Nm Wheelbase, Asetek Invicta 27 Nm Wheelbase
- Pedale: Asetek La Prima Pedale oder Asetek Forte S-Serien Pedale
Wenn du ein Komplettpaket bevorzugst, ist das Asetek Forte Wheelbase + Lenkrad Bundle ein sauberer Direkteinstieg.
Wann man die Hardware anpassen sollte, statt an Reglern zu drehen
Wenn du ständig Einstellungen veränderst, das Lenkrad sich aber immer noch „taub“ oder „unruhig“ anfühlt, liegt das Problem oft an der Mechanik und nicht an der Software. Nutze diese Schnelldiagnose:
- Details verschwinden nur unter hoher Last: Möglicherweise liegt Clipping vor. Reduziere den In-Game-Gain und nutze die Leistungsreserve deiner Wheelbase.
- Details fehlen dauerhaft: Prüfe den Flex im Cockpit. Eine verwindungssteifere Halterung wie die SIMGASM Front-Wheelbase-Halterung (für Asetek-Frontmontage ergänzt um die Asetek Front-Wheelbase-Montageplatte) hält das Lenksignal klar und direkt.
- Bremsen fühlt sich unkonstant an: Nutze eine feste Fersenstütze (SIMGASM Fersenstütze) und stelle sicher, dass dein Sitz arretiert ist (für Komfort: Core Verstellbarer Rennsitz; für Rennposition: Atlas GT Schalensitz).
- Bildschirme wackeln beim Lenken: Eine freistehende Halterung wie die Freistehende Apex Triple-Monitorhalterung bringt oft einen größeren Fortschritt als das Verstellen von FFB-Filtern.
Sobald die Basis physisch stabil steht, lassen sich deine Software-Einstellungen viel einfacher auf den Punkt bringen. Und wenn du unsicher bist, welche Halterung oder welche Cockpit-Kategorie zu deiner Wheelbase und deinen Pedalen passt, hilft dir der SIMGASM-Support schnell weiter. Das spart oft Zeit und Geld gegenüber dem pauschalen Kauf weiterer Zubehörteile.