Wenn du einen Simucube besitzt, wirst du irgendwann feststellen, dass sich deine „perfekten“ Einstellungen aus einer Simulation in einer anderen falsch anfühlen können. Das ist normal. Verschiedene Simulationen geben Force Feedback unterschiedlich aus: Aktualisierungsrate, Skalierung, Curb-Details und die Verarbeitung des selbstausrichtenden Drehmoments variieren.
Dieser Leitfaden zeigt einen reproduzierbaren Profil-Workflow für Simucube, damit du zwischen iRacing, ACC, Automobilista 2 und Assetto Corsa wechseln kannst, ohne jedes Mal alles neu abzustimmen.
Ein Basisprofil und anschließend kleine „Sim-Profile“
Am einfachsten erzielst du konsistente Ergebnisse, indem du Folgendes erstellst:
- Basisprofil: dein bevorzugtes Lenkgefühl (Dämpfung/Reibung/Trägheit) und die Sicherheitsgrenzen.
- Sim-Profile: kleine Anpassungen für Laufruhe und Härte je nach Simulation.
Was sich zwischen Simulationen am stärksten unterscheidet
| Simulation | Typisches Fahrgefühl | Was du normalerweise anpasst |
|---|---|---|
| iRacing | Klar und informativ, kann sich bei falscher Einstellung leicht anfühlen | Skalierung der Stärke, Clipping vermeiden, minimale Glättung |
| ACC | Curbs können sich hart anfühlen, schwere GT-Lenkung, ausgeprägte Fahrbahnstruktur | Laufruhe, Kontrolle harter Curb-Effekte, Oszillation vermeiden |
| AMS2 | Kann sich lebendig und detailreich anfühlen, variiert je nach Fahrzeug | Balance zwischen Dämpfung und Rekonstruktion |
| Assetto Corsa | Sehr gut abstimmbar, abhängig von der Qualität der Mod bzw. des Fahrzeugs | Konsistente Basis und fahrzeugspezifische Stärke |
Basisstruktur zum Kopieren
Profil A: „Klar und wettbewerbsorientiert“
Für iRacing und die meisten Sprintrennen verwenden. Ziel: maximale Detailtreue bei minimalem künstlichem Lenkgewicht.
Profil B: „Sanfte Langstreckenabstimmung“
Für lange Stints, unebene Strecken oder dann verwenden, wenn du die Ermüdung reduzieren möchtest.
Profil C: „Curb-Kontrolle“
Für Simulationen und Fahrzeuge verwenden, bei denen sich Curbs scharf anfühlen. Ziel: die Spitze reduzieren, ohne das Fahrbahngefühl zu beeinträchtigen.
Beispielanpassungen (bewusst gering)
| Änderung | Warum | Verwenden, wenn |
|---|---|---|
| Rekonstruktion +1 | Reduziert die Körnigkeit, ohne die physikalischen Details zu stark zu verändern | Gefühl einer niedrigen Aktualisierungsrate oder „sandpapierartige“ Lenkung |
| Dämpfung +2–5 % | Stabilisiert, ohne die Lenkung schwergängig zu machen | Oszillation auf Geraden |
| Drehmomentbandbreite etwas niedriger | Entfernt hochfrequentes Brummen der Curbs | Curbs fühlen sich wie Schläge statt wie Fahrbahnstruktur an |
| Anstiegsratenbegrenzung niedrig | Mildert abrupte Spitzen | Unebene Strecken, Rallye, harte Schläge über Curbs |
Warum dein Cockpit für konsistente Profile wichtig ist
Wenn sich deine Montageposition verändert – selbst geringfügig –, verändert sich auch dein „perfektes Profil“. Ein steifes Aluminium-Rig bietet dir einen stabilen Referenzpunkt, wodurch die Abstimmung schneller und besser reproduzierbar wird.
SIMGASM-Setup mit Unterstützung für Profilwechsel
- Stabile Basis: SIMGASM Sport (C120) oder SIMGASM Pro (C160)
- Peripheriegeräte griffbereit halten: universelle Peripherieablage für Button-Boxen und Dashboards
- Effizienter Workflow: PC-Ablage für schnelle Anpassungen und Boxenmenüs
Checkliste für jede Simulation (was du einstellen solltest, bevor du Filter anpasst)
iRacing-Checkliste
- Stelle den korrekten Wert für die Lenkkraft deiner Wheelbase-Klasse ein, damit die Simulation die Kräfte richtig skaliert.
- Verwende den linearen Modus, damit die Kräfte vorhersehbar skaliert werden.
- Nutze die Funktion Auto FFB für jedes Fahrzeug als Ausgangspunkt und reduziere den Wert anschließend etwas, wenn Clipping auftritt.
- Halte „zusätzliche“ Effekte niedrig: Lass die Physik für sich sprechen.
ACC-Checkliste
- Beginne mit einem zurückhaltenden Gain und achte in schnellen Kurven und beim Überfahren von Kerbs auf Clipping.
- Reduziere die „Straßeneffekte“, wenn du klarere Lenkinformationen möchtest.
- Wenn Kerbs zu hart wirken, probiere zunächst eine kleine Anpassung der Glättung in TrueDrive, bevor du den Gain im Spiel zu stark reduzierst.
AMS2-/Assetto-Corsa-Checkliste
- Prüfe, ob der Lenkwinkel korrekt ist und der Soft Lock wie erwartet funktioniert.
- Teste zuerst ein bekanntes „Referenzfahrzeug“, damit du Änderungen zuverlässig beurteilen kannst.
- Bei der Verwendung von Mods (AC) solltest du damit rechnen, dass einige Fahrzeuge schlicht ein unruhiges FFB-Signal ausgeben. Versuche nicht, mit Filtern Perfektion zu erzwingen.
Unterteile deine Profile nach Fahrzeugklasse, nicht nach Stimmung
Statt 12 zufälliger Profile solltest du 3–4 gezielt abgestimmte Profile verwenden:
- GT / Langstrecke: etwas ruhiger, weniger Ermüdung, stabil auf Kerbs.
- Formel: schnellere Übergänge, geringere Trägheit, präzises Gefühl um die Mittellage.
- Rallye / unebene Strecken: Spitzen mit einer moderaten Slew-Rate/Bandbreite kontrollieren und die Hände entspannt halten.
Für reproduzierbare Ergebnisse: ein Protokoll kleiner Änderungen
Notiere bei jeder Änderung einer Einstellung eine Zeile im Profilnamen oder in den Notizen: „+2 % Dämpfung“, „RF 3 → 4“. Das klingt langweilig, macht aus dem Abstimmen aber echten Fortschritt.
Sorge für Stabilität im Rig, damit die Profile konsistent bleiben
Wenn sich dein Wheel Deck oder deine Pedalplattform mit der Zeit verschiebt, fühlen sich dieselben TrueDrive-Einstellungen von Woche zu Woche anders an. Rigs aus Aluminiumprofilen lassen sich ohne dauerhafte Änderungen einfach neu ausrichten und nachziehen.
- Der Sitzkomfort hilft dir, das FFB besser zu beurteilen: Core-Sitz mit verstellbarer Rückenlehne (Komfort) oder Atlas GT (fester Halt).
- Eine saubere Verkabelung erhöht die Zuverlässigkeit: Kabelreserven und Zugentlastungen verwenden.