Trail-Braking ist die Fähigkeit, die aus „schnell auf der Geraden“ ein „überall schnell“ macht. Es ist außerdem eine der am häufigsten missverstandenen Techniken im Sim-Racing, weil viele versuchen, Trail-Braking anzuwenden, ohne zu verstehen, was das Auto benötigt.
Was Trail-Braking wirklich bedeutet
Trail-Braking bedeutet schlicht: den Bremsdruck beim Einlenken schrittweise zu reduzieren, damit die Vorderreifen belastet bleiben, während sich das Auto in die Kurve dreht.
Du bremst nicht aggressiv „in die Kurve hinein“. Du nutzt das Lösen der Bremse, um die Balance zu kontrollieren.
Warum es funktioniert
- Beim Bremsen verlagert sich das Gewicht nach vorn, wodurch der Grip an der Vorderachse zunimmt.
- Zum Einlenken braucht die Vorderachse Grip, damit sich das Auto in die Kurve dreht.
- Wenn du die Bremse zu schnell löst, wird die Vorderachse entlastet, was Untersteuern verursacht.
- Wenn du zu lange zu viel Bremsdruck hältst, kann die Vorderachse überlastet werden oder ein Rad blockieren.
Der einfachste Ablauf beim Trail-Braking
- Anbremsen: hartes Bremsen auf gerader Strecke.
- Einlenkphase: Beginne zu lenken und reduziere den Bremsdruck gleichmäßig.
- Apex: Der Bremsdruck liegt nahe null, der Lenkwinkel ist am größten.
- Kurvenausgang: Lenkwinkel zurücknehmen und zunehmend Gas geben.
Übungen, mit denen du Trail-Braking schnell lernst
Übung 1: „Zählen beim Lösen der Bremse“
Wähle eine mittelschnelle Kurve. Bremse normal und zähle dann beim Lösen der Bremse bis zum Einlenken „eins-zwei-drei“. Deine Aufgabe ist es, die Bremse gleichmäßig und wiederholbar zu lösen.
Übung 2: „Eine Kurve, 10 Runden“
Fahre 10 Runden und konzentriere dich dabei nur auf eine Kurve. Jage nicht der Rundenzeit hinterher, sondern der Wiederholbarkeit.
Übung 3: „Mentales Modell der Bremskurve“
Wenn du Telemetrie nutzt, achte auf einen gleichmäßigen Abfall des Bremsdrucks. Wenn du keine Telemetrie nutzt, stell dir vor, du zeichnest mit deinem Fuß eine gleichmäßig abfallende Rampe.
Pedaleinstellung für Trail-Braking
Trail-Braking fällt leichter, wenn deine Pedale präzise Eingaben ermöglichen.
Load-Cell-Kalibrierung
- Stelle deine maximale Bremskraft auf ein Niveau ein, das du ohne Anstrengung wiederholt erreichen kannst (viele Fahrer beginnen mit einer moderaten Maximalkraft und erhöhen sie mit der Zeit).
- Dein maximaler Bremsdruck sollte sich „kräftig“ anfühlen – nicht so, als würdest du ums Überleben kämpfen.
- Konstanz ist wichtiger als maximale Kraft.
Die Sitzposition ist entscheidend
Wenn deine Hüfte verrutscht oder dein Sitz nachgibt, verändert sich dein Bremsdruck in jeder Runde.
- Core Recline Seat: sportliche, auf Komfort ausgelegte Option mit verstellbarer Rückenlehne für lange Sessions, wenn du keinen festen Schalensitz möchtest.
- Atlas GT Sitz: der bevorzugte Schalensitz für die meisten GT-Sitzpositionen, erhältlich in mehreren Farben und Materialien, einschließlich Carbonvarianten.
- Atlas Formula Sitz: entwickelt für stärker zurückgelehnte Sitzpositionen im Formula- oder Hypercar-Stil.
- Atlas-Lendenstützkissen: optionales Zubehör, wenn du für deinen Körperbau zusätzliche Unterstützung im unteren Rückenbereich benötigst.
Die Steifigkeit des Rigs ist entscheidend
Wenn sich die Pedalplatte oder der Sitz bewegt, wirst du nie ein gleichmäßiges Gefühl entwickeln. Eine stabile Plattform hilft dir dabei, Muskelgedächtnis aufzubauen.
- Hobby (SIMGASM Hobby Simulator): ein preisgünstiges Einstiegs-Rig, das in seiner Preisklasse überdurchschnittlich viel bietet – ideal als erstes richtiges Cockpit.
- Club (SIMGASM Club Simulator): Stabilität und Einstellbarkeit dank 80×40-Profilen, ideal für nahezu jede auf dem Markt erhältliche Wheelbase und jedes Pedalset.
- Sport (SIMGASM Sport Simulator): länger und breiter, mit einer stabileren und besser einstellbaren Lenkradhalterung sowie integrierten Kabeldurchführungen für eine saubere Kabelführung ohne Clips.
- Pro (SIMGASM Pro Simulator): unser Flaggschiff-Rig aus 160×40-Profilen für extreme Kräfte, für Motion-Systeme vorbereitete Aufbauten und maximale Einstellbarkeit mit einem verwindungsfreien Fahrgefühl.
Häufige Fehler beim Trail Braking
- Zu schnelles Lösen der Bremse: Führt sofort zu Untersteuern.
- Zu lange zu stark bremsen: Kann ein Eindrehen verursachen, das sich nicht mehr abfangen lässt, oder zum Blockieren der Vorderräder führen.
- Zu frühes Einlenken: Einlenken bei noch maximalem Bremsdruck führt häufig zu Instabilität.